Grundwassermanagement


S1 TUNNEL RANNERSDORF

Bauherr: ASFINAG
Auftraggeber: ARGE S1 Baumeisterarbeiten Tunnel Rannersdorf STRABAG AG – ZÜBLIN
Bauzeit: von August/2003 bis August/2004

Veranlassung: Beim Bau der S1 (ehem. B301) kam es zu einer Querung der Ortschaft Rannersdorf bei Schwechat. Um die Lärmbelastung für die Anrainer möglichst gering zu halten, wurde eine Tunnelvariante gewählt. Aufgrund der Gegebenheiten taucht der Tunnel streckenweise mehrere Meter ins Grundwasser ein, wodurch eine Grundwasserabsenkung während der Bauphase notwendig wurde.

Vorgehensweise: Die Grundwasserhaltung kam in folgenden Bereichen zum Einsatz:
● Bei seichten Lagen des Tunnels beim Ein- bzw. Auftauchen (Absenkung)
● Im tiefsten Teil der Baugrube (Absenkung und Entspannung)
● In den dazwischen liegenden Teilen: Unterwasserbetonplombe

In der seichten Lage wurde die Baugrube von rückverankerten Spundwänden mit einer Länge von 16,5m umschlossen. Innerhalb dieser Spundwandtröge wurde das Grundwasser über Brunnen Ø419mm mit PVC Ausbau DN200 abgepumpt. Die Lage der Brunnen in den Spundwandsicken hatte den Vorteil, dass diese außerhalb des Tunnelbauwerkes lagen und dadurch das Setzen von Brunnentöpfen entfiel. Die Herstellung und Inbetriebnahme der einzelnen Tröge erfolgte laufend mit dem Baufortschritt. Die Brunnen in der seichten Lage waren zwischen 12 und 15m tief und wurden mit Förderleistungen von 1,0 bis 35,0 l/s betrieben.
Der Tiefteil wurde seitlich durch Schlitzwände begrenzt und quer zur Tunnellängsachse mit 22m tiefen Spundwänden abgeschottet. Da genau über dem Tiefteil der Frauenbach verläuft, waren zwei Bauphasen nötig. Hier kamen je Phase 3 bzw. 4 Absenkbrunnen mit einer Tiefe von ca. 22m zur Anwendung, die durch die Kies- und Fein-Mittelsandschichten bis in den Stauer reichten.
Da es sich bei diesem Projekt um eine Baustelle mit einer großen Längsausdehnung (1880m) handelt, war neben den Brunnenbauarbeiten der Leitungsbau ein Großteil der anfallenden Arbeiten. Sowohl die Abflussleitung als auch die elektrische Verkabelung wurden immer je Trog entlang der Spundwand zusammengefasst und über eine einzige Querung der Baustraße zur Vorflutleitung bzw. zum Pumpensteuerkasten geführt.
Zur Sicherstellung des durchgehenden Betriebes wurde ein Notstromaggregat mit Start-Stop-Automatik installiert, sowie eine automatische Alarmanlage mit Fehlererkennung und Fernübertragung.

Projektumfang:
Schlagbohrung DN419mm ~630lfm
Abflussleitungen DN50-DN150 ~600lfm
Abflussleitungen DN150-DN250 ~1000lfm
Pumpeninstallationen 5l/s bis 35l/s 35ST