Spezialtechnologien


STATENTUNNEL ROTTERDAM Bodenvereisung

Bauherr: Rotterdams Electrische Tram (RET)
vertreten durch Gemeentewerken Rotterdam Projectbureau Randstadrail
Auftraggeber: Saturn v. o. f. (Dura Vermeer Groep NV und Ed. Züblin AG)
Bauzeit: von August/2007 bis April/2008

Veranlassung: Der Statentunnel stellt für den Großraum Rotterdam eine deutliche Infrastrukturverbesserung für Pendler aus dem Umland dar. Aus Sicherheitsgründen und aufgrund schwieriger geologischer Verhältnisse sind die 2 benachbarten mit einer TBM aufgefahrenen Tunnelröhren (l=ca.2400m) ca. alle 300m durch 5 Querschläge miteinander verbunden, die mittels Bodenvereisung und bergmännischen Ausbruch sowie Herstellung einer dichten Betoninnenschale hergestellt wurden.

Vorgehensweise: Die Herstellung der Querschläge erfolgte in den pleistozänen Sandschichten mit teilweise kiesigen Anteilen in einer Tiefe von 18 bis 30m unter Gelände, wobei der Grundwasserspiegel annähernd auf der Höhe des Geländeniveaus anstand. Für die Durchführung der Vereisungsmaßnahme wurden ca. 1120m Gefrierrohre mit großer Präzision in den Untergrund eingebohrt, wobei durch den Einsatz einer speziellen Preventeranlage das Eindringen von Sand und Grundwasser während der Bohrung verhindert werden musste. Das Gefrieren des Bodens erfolgte nach dem Prinzip der Solevereisung, bei dem ein NH3-Gefrieraggregat eine Salzlösung (CaCl2) auf durchschnittlich -35°C abkühlt und diese im geschlossen Kreislauf zirkuliert. Der Untergrund bei jedem der 5 Querschläge wurde ca. 3 Monate lang gefroren, aus Gründen der kontinuierlichen Abfolge der Baumaßnahme waren bis zu 3 Gefriercontainer parallel im Betrieb. Um Spannungen auf die Tunnelröhre durch den Aufbau des Gefrierkörpers zu verhindern, wurden im Zentrum zwei Entwässerungsbohrungen mit Drucküberwachung hergestellt, über die das komprimierte Wasser innerhalb des Eiskörpers abgelassen wurde. Nach Herstellung des Querschlages wurden die im Untergrund verbliebenen Vereisungsrohre ausinjiziert.