Vortriebssicherung – Tunnelbau


BEG H7 TUNNEL FRITZENS

Bauherr: Brenner Eisenbahn Gesellschaft (BEG)
Auftraggeber: Brenner Eisenbahn Gesellschaft (BEG)
Bauzeit: von Februar/2007 bis Juni/2008


Veranlassung: Im Zuge des Ausbaues der Eisenbahnachse Brenner – München - Verona wurde die Unterflurstrecke Fritzens/Baumkirchen ausgeführt. Dabei musste der Bahnhof Fritzens mit einem schleifenden Schnitt auf einer Länge von ca.430m bergmännisch unterfahren werden. Aufgrund der teilweise sehr geringen Überdeckung und des hoch anstehenden Grundwasserspiegels im Inntal, waren die bergmännischen Vortriebsarbeiten nur im Schutz eines horizontalen Düsenstrahlschirmes (DSV) in Kombination mit einem Druckluftvortrieb möglich. Die Unterquerung des Bahnhofs Fritzens in bergmännischer Sonderbauweise unter Druckluftbedingungen im Schutz einer horizontalen DSV-Sicherung war eine der schwierigsten und technisch anspruchsvollsten Abschnitte auf der gesamten Neubaustrecke der Unterinntaltrasse und stellte noch dazu eine technische Weltneuheit dar.

Vorgehensweise: Die 34 untertägig auszuführenden DSV-Schirme mit einer Bohrlänge von jeweils 15m wurden aus Sicherheitsgründen zweireihig ausgeführt. Vor allem im Firstbereich wurden die DSV-Schirme als hebungsminimierende Maßnahme teilweise durch 3,5 Zoll Stahlmanschettenrohre ersetzt. Die insgesamt über 12000lfm DSV-Säulen wiesen einen geplanten Durchmesser von 60cm auf. Um Erfahrungen bei der Ausführung von horizontalen DSV-Schirmen unter Druckluft gewinnen zu können, wurden umfangreiche Vorversuche unter Druckluft durchgeführt. Die statisch erforderliche einaxiale Festigkeit von 4N/mm² nach 7 Tagen konnte in den anstehenden Innschottern problemlos erzielt werden. Die Durchlässigkeit der DSV-Körper für Druckluft konnte mit 2,5*10E-9m/s nachgewiesen werden